Sonntag: Danke

Wir sind wieder zu Hause. In Kawempe haben wir ein Gebäude hinterlassen, das sobald Boden und Fenster eingebaut sind, in Betrieb genommen werden kann. Ermöglicht haben das zahlreiche Spender, bei denen ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken will:

Colette Almesberger, Magnus Bauer, Fam. Beiter, Anna Bickel, Nicola Borgmann, Sonja Brandl, Matthias Breinl, Fam. Butler, Anja Driessle, Fam. Engel, Fam. Fischer-Baily, Claudia Fuchs, Fam. Gabriel, Fam. Gerstner, Georg Goetze, Fam.  Goß, Grabow Krause Architekten, Fam. Handel-Kempf, Fam. Hausschild, Justus, Frank Kaltenbach, Gerti Kaspar, Margit Kleemann, Irene Kühnlein, Rupert Kündig, Fam. Lange, Angi Lechner, Michaela Linder, Günther Meier, Linda Meier, Daniela Norridge, Andreas Plesske, Evi Prähofer, Wolfang Press, Maria Remter, Fam. Regenfuß, Sonja Rieg, Christian Schilling, Uli Schreiber, Claudia Schreyer, Fam. Sevdas, Herbert Sitzberger, Andrea Stadler, Tina Stein, Fam. Stoess, Fam. Uschold, Fam. Wessely, Fam. Zehetbauer

Danke auch an Cornelia Musiolik, die gestern statt einer Geburtstags- eine Spendenfeier veranstaltet hat. Damit rückt der Einbau der Fenster in erreichbare Nähe.

Samstag: Abflug

Nun ist unsere Zeit zu Ende. Heute Abend fliegen wir zurück nach Hause. Der Abschied fällt schwer, besonders von den Zwillingen. Die beiden bekochen uns auf ihrem kleinen Kohlekocher zum Frühstuck mit Pasta. Patrick schenkt Fiona ein Paar Schuhe auf die sie schon lange ein Auge geworfen hat. Ich darf’s nicht wissen, weil ich nicht zulassen würde dass Fiona den Zwillingen Schuhe abluchst und so erfahre ich erst viel später davon.

Mittags in Peace Africa gibt es: Pasta, Reis, Matoke, Nikata, Sojafleisch, Gemüse, Kartoffeln – ein Festessen. Die Kinder tanzen und singen für uns und bedanken sich jeder einzeln. Ob wir wiederkommen? Vielleicht, hoffentlich, wer weiß. Im Moment jedenfalls sind sich meine Kinder einig, dass sie viel lieber hier bleiben würden als zurückzufliegen ins kalte Deutschland. Die lieb gewonnenen Menschen zurückzulassen fällt uns allen dreien schwer, sehr schwer.

Freitag: Schaden begrenzt

Gegen Mittag taucht Muko auf und klettert auf’s Dach. Er ist wie meistens barfuß – nur manchmal sehe ich ihn in Gummistiefeln – und ich wundere mich wie er es schafft bei der Unordnung auf der Baustelle mit all den herumliegenden Nägeln abends mit gesunden Füßen heim zu gehen. Das ist wohl langjähriges Training vermute ich. Von unten rufe ich ihm zu, welche Bleche und Lüftungselemente er wieder abbauen und wie er sie neu verlegen kann: „that could work.“

Am Abend sieht der Übergang von neuem zu altem Dach schon viel besser aus. Das Oberlicht muss er nächste Woche ohne mich nachbessern. Allerdings lässt sich mein Wunsch die Sparren aus dem schönen Eukalyptusholz im Innenraum unangetastet sichtbar zu lassen nicht mehr umsetzen.

Donnerstag: Schadensbegrenzung

Das Dach sieht wirklich vogelwild aus, auch am Tag danach. Gegen Mittag klopft Muko an meine Tür. Er hat das Oberlicht gebaut, weil die Lehmziegel wegen des ewigen Regens zu nass waren um die Giebelwand zu mauern und Verputzen hätte er auch nicht können, weil die Zementlieferung ausblieb. Er würde das Oberlicht aber gerne wieder abbauen und so machen wie ich es geplant habe. Wir bräuchten dann nur neue Holzprofile und ein paar weitere Bleche. Der gute Muko, ich bin gerührt.Wir einigen uns auf Schadensbegrenzung. Morgen ganz früh geht es los.

Dienstag: Von Hexen und Nachttänzern

Wir sitzen im Auto in Richtung Kampala. Unser Fahrer, in Kampala zur Schule gegangen und an der Makerere-Universität studiert, erzählt uns von „Witchcraft“ und „Nightdancers“. Hexerei ist in den Dörfern noch immer weit verbreitet. Die Details über eine Sitzung eines Freundes unseres Fahrers bei einem Hexer oder Heiler lassen mich gruseln. Vodoo, geköpfte Hühner und deren Blut, Stimmen der Ahnen…

Der Bericht über tote Verwandte, die von Kindern Besitz ergreifen und durch sie sprechen rufen in meinem Gedächtnis Bilder aus Hollywood-Filmen wach. Dass all das noch existiert, in diesem Land erstaunt mich und es irritiert mich auch, weil ich nicht weiß wie ich diese Geschichten einordnen soll. Als der Fahrer von den Nightdancers erzählt, seltsamen Menschen, die Tote essen, meldet sich Fiona vom Rücksitz. Davon hätten ihr die Kinder in Peace Africa auch erzählt und einige davon wären jenen seltsamen Zeitgenossen auch schon begegnet. Als ich unseren Akademiker-Fahrer frage, ob er denn an diese Geschichten glaube, erwidert er: Glauben würde er sie nicht, aber erlebt hätte er sie schon.

Montag: Handarbeiten

Die Sonne scheint. Wir sind glücklich. Nicht nur in Deutschland hat das Wetter großen Einfluss auf mein Wohlbefinden. Wir fahren durch Bananenplantagen, beobachten das Treiben am Straßenrand (allein darüber könnte man ein Buch schreiben) und beäugen die vielfältigen Ladungen auf den Lastwagen: Kohle, Zuckerrohr, Bananen, Hühner, Kühe.

Während der kurzen Pause an einer Tankstelle werden wir versorgt mit einem Ständchen auf der Adungu (ugandische Harfe) und allerlei Essbarem. Wir wagen den Kauf von „Chicken on the Stick“ und Reistaschen. Die Spieße, auf denen die Hühnerbeine stecken sind handgeschnitzt und auf der selbstgeklebten Tüte mit den Reistaschen ist noch der Hefteintrag eines Schulkinds zu lesen. Recycling auf ugandisch!