Mittwoch: Warten auf Godot

Dabei habe ich ihn doch gesehen, mit eigenen Augen, den freundlichen Mann mit dem Schweißgerät. Montag Abend wollte er die handgefertigten Nagelplatten und Zugstäbe liefern. Jetzt ist Mittwoch und noch immer sind sie nicht da.  Meine Telefonkosten übersteigen allmählich die Kosten für die Platten selbst, weil ich dem Mann fortwährend hinterhertelefoniere. Und jedes Mal bekomme ich dieselbe Antwort: Wegen Stromausfalls hätte er nicht arbeiten können, sei jetzt aber dabei die letzte(n) Platte anzufertigen und käme in spätestens 30 Minuten vorbei. Dass eine afrikanische Stunde so lange ist wie zwei deutsche, habe ich inzwischen begriffen. Dass 30 Minuten sich über Tage hinziehen, übersteigt aber nicht nur meine Toleranzschwelle, sondern auch die von Muko und seinen Arbeitern. Während wir wartend auf unserer Baustelle sitzen erklärt er mir, dass man sich am besten daneben stellt, bis die Arbeit erledigt ist.

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