Mittwoch: Nie wieder Boda-Boda

Die Bodenplatte ist fast fertig. Heute Nacht hat es wieder so stark geregnet, dass es scheint als könne gar nicht gearbeitet werden. Anton erklärt einen Plastikdeckel zum Schiff und lässt es im Hof schwimmen. Doch dann kommt noch die Sonne. Und mit der Sonne die Unternehmungslust. Weil ich sicher bin, dass Muko alles im Griff hat machen wir uns mit unseren Bodyguards auf nach Kampala um Cornflakes und ein paar andere Sachen im Supermarkt zu kaufen, ohne die meine Kinder nicht überleben können. Gewöhnungsbedürftig sind nach wie vor die hohen Sicherheitskontrollen überall in der Stadt. Vor jedem Restaurant, Café, öffentlichen Gebäude, ja sogar Supermarkt wird mit dem Metalldetektor nach Waffen gesucht. Die Dichte an bewaffneter Sicherheitspolizei ist enorm. Dabei gab es seit 2006 keinen Anschlag mehr. Trotzdem fühle ich mich durch den Anblick der vielen Kalaschnikows nicht unbedingt sicherer. Ganz und gar unsicher fühle ich mich auf unserer Fahrt nach Hause. Meine beiden Kinder, denen nichts wild genug sein kann, sowie unsere beiden Begleiter meinen es sei „much more fun“ mit dem Boda-Boda (Moped) nach Hause zu fahren. Die Fahrt jedoch übersteigt meine Abenteuerlust bei weitem. Nach wildem Gekurve zwischen Minibussen hindurch, gerne entgegen die Fahrtrichtung, ohne Problem mit dem Vorder- oder Nebenmann auf Tuchfühlung zu gehen, kommen wir dann doch alle heil in Kawempe an – die Kinder mit strahlenden Gesichtern, ich leichenblass mit zittrigen Knien. Nächstes Mal fahren wir wieder mit dem Minibus, das steht fest.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.